Wiener Blutgasse - Rammstein Konzertbericht 2009

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Rammstein Wien Konzertbericht

Rammstein waren in Wien. Dass dieses Konzert schon lange erwartet wurde, zeigte sich bereits beim Vorverkauf. Die Show war binnen Minuten ausverkauft, die Schwarzmarktpreise stiegen in Regionen jenseits von Gut und Böse. Die Band, die früher den alten Planet Music Bunker nicht voll bekam, füllt nun mühelos die Wiener Stadthalle. Das Konzept: Jahrelange Funkstille, um dann hart und plötzlich zuzuschlagen. Jüngst wieder vorexerziert beim Skandal-Video zu Pussy, der ersten Singleauskoppelung vom aktuellen Album "Liebe ist für alle da". Zu sehen ist die Band beim Liebesspiel, detailliert und unzensiert. Ja dürfen's denn des? fragten sich viele. Uns doch wurscht, sagten Rammstein. Ob diese Provokationen live umgesetzt werden, war deshalb die Frage.


Rammstein in Wien

Rammstein in Wien

Rammstein betreten nicht die Bühne, Rammstein bahnen sich ihren Weg mit Gewalt, respektive mit Äxten und Schweißbrenner. Umgeben von Industriedesign, angelegt als eine Mischung aus Raffinerie und Umspannwerk, marschiert die Band durch ein gut 100 Minuten dauerndes Set. Dabei wird wieder klar, dass Rammstein über die Inszenierung funktioniert. Das Bild des martialischen Deutschen wird bemüht, kein Tabu ist unantastbar, jedes kann gebrochen werden. Am besten mit dem Vorschlaghammer. Dazu viel Feuer, Licht und Getöse. Mächtig ist beautiful.

Rammstein

Mit Effekten wird dementsprechend nicht gespart. Bei der Fritzl-Hymne Wiener Blut hängen Babypuppen von der Decke und explodieren, Flammensäulen steigen empor, zahllose Scheinwerfer tauchen die Bühne in immer anderes Licht, und während Pussy gibt es neben Konfettiregen eine Schaumdusche aus einem überdimensionalen "Fleischgewehr". Sänger Lindemann schießt mit Flammenwerfern und trägt zum den Abend beschließenden "Engel" übergroße Flügel. Dem gegenüber agiert die Band weitgehend statisch. Lediglich Lindemann spielt exzessiv den bösen Mann, und Keyboarder Flake muss leiden. Er wird geschlagen (Ich tu dir weh), wird flambiert (Benzin), muss auf dem Laufband rennen, darf aber auch mit dem Gummiboot über das Publikum schaukeln. Schiff ahoi!

Ramstein Rammstien Rammstein Lindemann

Die Show selbst wurde von Anfang bis zum Ende gnadenlos durchgezogen, ohne Abweichungen, ohne Interaktion. Rammstein reden nicht. Das Hauptaugenmerk lag wie erwartet auf dem aktuellen Album "Liebe ist für alle da". Und bei "Ich will" zeigte sich wieder, wie Music for the Masses zu sein hat. Eine grandiose Show.


Wiener Blutgasse Gothic Magazin - Präsentiert vom Engel der Nacht

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